Ein König kommt – fern und doch so nahe

 

Adventspredigt zu Römer 13,8–12

Advent beginnt mit einem Ruf: Wach auf!
Paulus erinnert uns daran, dass der Tag näher ist, als wir oft glauben.
Die Nacht vergeht – das Licht bricht an.
Und mitten hinein in dieses Licht ruft uns die Liebe:
„Die Liebe tut dem Nächsten nichts Böses – so ist die Liebe die Erfüllung des Gesetzes.“

Diese Worte treffen ins Herz.
Denn unser Leben ist nicht nur Rosenbeet – oft ist es auch voller Unkraut:
Gedanken, die verwildern.
Begierden, die wachsen.
Neid, Hader, Zerbruch.
Unser innerer Garten trägt beides: duftende Kräuter und dorniges Gestrüpp.

Doch genau dort, im Chaos, im Durcheinander, in den Fragen unseres Lebens,
geschieht Advent:
Ein König kommt.
Fern – und doch so nahe.

So wie er einst in Marias Leben hineingepflanzt wurde, kommt er auch zu uns.
Er wählt nicht den Palast, sondern die Höhle.
Nicht die Stärke, sondern die Schwachheit.
Nicht das Gesetz, sondern die Liebe.

Er ist der Gärtner, der unser Leben ordnet, reinigt, heilt.
Der uns nicht verurteilt, sondern aufrichtet.
Der das Gesetz nicht als Last auflegt, sondern in sich selbst erfüllt.

Advent heißt:
Lass ihn hinein.
Lass ihn Gärtner sein.
Lass das Licht hineinbrechen in deinen Tag.

Denn dieser König kommt nicht nur damals – er kommt jetzt.
Hier.
Zu dir.

„Zieht an den Herrn Jesus Christus.“
Das ist der Weg.
Das ist das Licht.
Das ist die Liebe, die alles erfüllt.

Amen.